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Über Philipps Lektorenblog

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Philipps Lektorenblog
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252
Der Autor über sich:

Mir fehlt die Zeit

Gerade Autoren, die schon ein Buch geschrieben haben, bekommen immer wieder zu hören: "Ich würde ja auch gern einen Roman schreiben, aber mir fehlt die Zeit dazu."
Nun ist das für den Autor, der sich das anhören muss, nicht gerade schmeichelhaft, bedeutet es doch, er habe bis zu dem Zeitpunkt, an dem er mit dem Schreiben begonnen hat, offenbar nicht gewusst, wo er mit all seiner freien Zeit hinsollte. Dabei sind die meisten Autoren auf ein Haupt- oder wenigstens Nebeneinkommen angewiesen, das ihnen das Schreiben finanziert. Und selbst die, die erfolgreich genug sind, um vom Schreiben zu leben, waren das nicht von Anfang an.
Tatsächlich gilt in diesem einen Fall, sofern es eben nicht nur so dahingesagt ist, die Antwort: "Wer wirklich will, der kann!"
Natürlich bedeutet das, dass man sich Zeit zum Schreiben eventuell erst freischaufeln, organisieren muss, und es bedeutet noch mehr, dass man in dieser Zeit auch regelmäßig schreiben muss. Organisation und Disziplin sind also gefragt. Doch wenn man nur jeden Tag eine Seite schreibt, hat man nach einem Jahr einen 365 Seiten starken Roman.
Vielleicht gilt es, täglich eine Stunde früher aufzustehen oder eine Stunde später ins Bett zu gehen. Möglicherweise muss man eine der bisherigen Freizeitbeschäftigungen einschränken oder ihr für eine Weile ganz entsagen. Oder man steigt für den täglichen Weg zur Arbeit auf öffentliche Verkehrsmittel um und nutzt die Fahrzeiten, um zu schreiben.
Es wird keiner bestreiten, dass die individuellen Rahmenbedingungen, um einen Roman zu schreiben, für den einen weniger optimal sind als für den anderen. Doch mit dem nötigen Ehrgeiz, der für ein solches Projekt ohnehin vonnöten ist, sollte es jedem möglich sein, sich etwas Zeit zu erplanen. Die wirklichen Probleme, die einen Romanschreiber erwarten, liegen meist erst dahinter.

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Ab zum Film!

Drehbuchschreiben ist nicht nur eine interessante Tätigkeit, sondern auch eine lukrative. Vorausgesetzt, man kann seine Arbeiten auch verkaufen. Dazu braucht es neben Glück und Ehrgeiz vor allem gute Drehbücher.
Wer den Schritt wagen will, findet unter den beiden folgenden Links erste Hilfe:
 

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Wenn Goethe fantasiert

Folgende interessante Informationen stellte der Administrator des Montsegur Autorenforums zur Verfügung (zur Quelle):

“Wie in der Literaturbranche bekannt, ist der August von Goethe Literaturverlag ein Zuschussverlag, der zur Frankfurter Verlagsgruppe gehört. Dabei handelt es sich um einen Pseudoverlag, dessen Publikationen üblicherweise kaum in Buchhandlungen zu finden sind. (1)

Um über echte Verlage und Pseudoverlage aufzuklären, ist das Fairlag Aktionsbündnis gegründet worden, ein internationaler Zusammenschluss von über 50 Autorenverbänden und Literaturinstitutionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: www.fairlag.org

Nun schreibt der August von Goethe Literaturverlag auf seiner Website:

Das erfolgreiche Wirken des August von Goethe Literaturverlags zu Gunsten der neuen, noch nicht etablierten Autoren regte die Schriftstellergewerkschaft sogar zur Schöpfung des Begriffs “Fairlag“ an.

Tatsächlich bezieht sich der Begriff “Fairlag“, wie er von der Schriftstellergewerkschaft und den übrigen Initiatoren des Fairlag-Aktionsbündnisses verwendet wird, ausdrücklich nicht auf den August von Goethe Literaturverlag. Das Bündnis warnt vielmehr ausdrücklich vor Geschäftspraktiken, wie sie bei Pseudoverlagen anzutreffen sind.

Die Täuschung der Autoren geht noch weiter. Der August von Goethe Literaturverlag schreibt auf seiner Website:

Der gemeinnützige Bund Deutscher Schriftsteller e.V. empfiehlt den AUGUST VON GOETHE LITERATURVERLAG für neue Autoren.

Tatsächlich ist dieser “Bund Deutscher Schriftsteller e.V.“ (der mit der tatsächlichen Schriftstellergewerkschaft, die den Namen “Verband Deutscher Schriftsteller“ trägt, nichts zu tun hat) eine Einrichtung des Herrn Markus Hänsel-Hohenhausen, Kapitaleigner und Verlagsgründer der Frankfurter Verlagsgruppe AG Holding August von Goethe (2).
Der Verein gehört somit zum selben Pseudoverlagskonzern, und daher handelt es sich keineswegs um eine unabängige Empfehlung, sondern um eine Werbung für das eigene Medienkonsortium des in der Öffentlichkeit umstrittenen nichtadligen Trägers der Namen Markus von Hänsel-Hohenhausen alias Dr. Donatus Prinz von Hohenzollern. (3), (4)

(1) Siehe OLG München (Az 4 6 U 2250/09)
(2) Siehe OLG Köln (Az 14 U 116/08)
(3) Siehe OLG Frankfurt (Az. 2-03 O 68/08)
(4) Siehe OLG Frankfurt (Az 16U21/09)“

Fast schon bewundernswert, welche Unverfrorenheit derart schwarze Schafe zur Täuschung ihrer Lämmchen immer wieder an den Tag legen.

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Newsletter für Autoren

Mit diesem Newsletter ist man als Autor nicht nur gut informiert, man findet auch interessante Artikel zum Schreibhandwerk und dem Drumherum.
 

The Tempest – Der Newsletter für Autoren.

Hier kann man ihn abonnieren.
Hier findet man die älteren Ausgaben.

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Interessant für phantastische Schreiberlinge

Quelle: www.storyolympiade.de

Wettbewerb 2009-2010

Thema:
Gesucht werden spannende und originelle Kurzgeschichten zum Thema "Rache" in jeglicher Ausprägung – von großer Vergeltung bis hin zu kleinen Gemeinheiten.
Was wir allerdings nicht haben wollen, sind Fan-Fiction (Shadowrun, DSA, StarTrek, etc.), Rollenspielhandlungen, Splatterorgien, Lyrik, Märchen oder platte Erotik.

Genre:
Fantasy, SF, Mystery, Phantastik, Horror, auch Crossover daraus.

Umfang der Texte:
Kurzgeschichten mit max. 16 000 Zeichen incl. Leerstellen.

Wer kann sich an der Storyolympiade beteiligen:
Nur Autoren, die volljährig sind. Jeder Autor kann nur ein Manuskript einreichen.
Autoren, die schon ein eigenständiges Werk (Novelle, Roman) veröffentlicht haben, sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Der Wettbewerb richtet sich an Autorinnen und Autoren, die Spaß am Schreiben haben, aber nicht von ihrer schriftstellerischen Tätigkeit leben, also Amateure im Sinne des olympischen Gedankens sind. Insbesondere Newcomer sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen.

Was gibt es zu gewinnen:
Die Siegerkurzgeschichten werden als gedruckte Anthologie veröffentlicht.
Die ersten drei Plätze bekommen gemäß dem olympischen Gedanken Medallien und der Sieger zusätzlich den Story-Olympiade-Victor 2009/2010.
Eine Preisverleihung im öffentlichen Rahmen ist vorgesehen. Ort und Zeit werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Technisches:
Einsendungen mit echten Personalien (keine Nicknames), Adresse und Email als RTF an
[ orga "at" storyolympiade "dot" de ]

Format:
12 PT Courier, 2 zeilig. Keine Sonderformatierungen, außer Kursiv.

Einsendeschluss:
31. Oktober 2009
Bitte schickt die Einsendungen nicht alle in den letzten beiden Wochen.
Je eher wir die Einsendungen haben, desto lieber ist es uns.

Rechtliches:
Die Einsendungen dürfen weder in gedruckter Form noch im Internet veröffentlicht werden (worden sein), bevor die Juryentscheidung gefallen ist.
Das Team der Story-Olympiade und deren Angehörige, sowie alle Mitglieder der Vor- und Hauptjury, sind von der Teilnahme ausgeschlossen.
Die eingereichten Kurzgeschichten müssen frei von Rechten Dritter sein, und mit der Teilnahme am Wettbewerb erteilt der Einsender gleichzeitig die Erlaubnis, dass seine Geschichte in der Anthologie 2009/2010 abgedruckt werden darf.
Es gibt keinen Anspruch auf Veröffentlichung der eingesandten Geschichten.
Die Entscheidung der Jury ist nicht anfechtbar, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Auf in den Wettbewerb

Wie dankbar können gerade angehende Schreiber sein, dass es sie gibt: die Seiten von Sandra Uschtrin.
Neben den interessanten Titeln aus dem Verlag findet man hier nahezu alles Wichtige zum Literaturbetrieb zusammengefasst. Unter anderem eben auch aktuelle Ausschreibungen und Stipendien mit den jeweiligen Beteiligungs- und Einreichbedingungen.
Man kann sich dort auch einen Newsletter bestellen oder man schaut einfach mal im Montsegur-Forum nach, wo Andreas die aktuellen Newsletter postet:

Hier geht es zu den aktuellen Ausschreibungen

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Begriffe aus dem Autorenhandwerk leicht erklärt

Hans Peter Roentgen hat im Montsegur-Forum mal ein kleines Lexikon der Fachbegriffe fürs Schreibhandwerk zusammengestellt, dass ich euch hier vorstellen will.
Hans Peter ist Lektor, Kritiker, gibt Schreibkurse und hat den vielbeachteten Schreibratgeber "Vier Seiten für ein Halleluja" geschrieben, den ich euch später noch gesondert vorstellen möchte.
 
Hier geht es zum Lexikon.
 
 

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Standardwerk des Schreibhandwerks wieder lieferbar

Sol Steins  “Über das Schreiben“ ist nun wieder als Taschenbuch bei Zweitausendeins erhältlich.
Dieses Buch bietet Schreiberlingen und Autoren grundlegende Hilfe beim Verfassen und Überarbeiten ihrer Texte.
Hans-Peter Roentgen, selbst Autor eines vielbeachteten Schreibratgebers (Vier Seiten für ein Halleluja), hat eine Rezension zu dem Werk verfasst.

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Man muss es immer wieder sagen!

Im aktuellen Artikel des Literatur-Cafés liest man beinahe etwas wie Resignation heraus.

“Manchmal sind wir Don Quichotte. Wir kämpfen gegen Windmühlen und wiederholen wie Gebetsmühlen …“

Natürlich geht es um die Aufklärung über die schwarzen Schafe in der Literaturbranche: Zuschussverlage.
Verständlich, dass es nicht leicht fällt, Erfolge auszumachen, wenn die Flut der potentiellen und tatsächlichen Opfer nicht abreißt.

Dennoch Hoffnung am Ende des Artikels:

“Und solange dieser Artikel wieder einmal einer Autorin oder einem Autor diese Erkenntnis bringt, solange werden wir unsere Rosinante satteln.“

Daher: Rein in den Sattel und auf ins Literatur-Café! Es lohnt sich für jeden, der im Literaturbetrieb noch nicht ganz sattelfest ist.

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Ferienworkshops für junge Literaten

Die Sommerakademie des Westfälischen Literaturbüros bietet Workshops an, die jungen Autoren bei der Auseinandersetzung mit dem Schreibhandwerk helfen sollen.

Hier der Originaltext:

Das Westfälische Literaturbüro in Unna bietet auch 2009 wieder offene Ferien-Workshops für den jungen literarischen Nachwuchs an, jeweils zu Beginn und zum Schluss der Ferien. Sie dienen sowohl einer literarisch-handwerklichen als auch literarisch-experimentellen Auseinandersetzung mit Sprache und Literatur und möchte Anstöße zur weiteren Entwicklung der TeilnehmerInnen geben. Zugleich wird aber auch über den Literaturbetrieb, über die Rolle des Autors in unserer Gesellschaft und über literarische Einrichtungen informiert. Nicht zuletzt dient der Ferien-Workshop dazu, junge Kolleginnen und Kollegen kennen zu lernen und sich mit ihnen und den Referenten über das Schreiben überhaupt auseinander zu setzen. Die Kurse der Ferienakademie werden von erfahrenen Autoren und Pädagogen für Kreatives Schreiben geleitet.

Termin: SO, 09. August bis SA, 15. August 2008

Ort: Kath. Akademie Schwerte und/oder Ev. Tagungsstätte Haus Nordhelle, Meinerzhagen

Leitung: Alexander Nitzberg, (Autor, Übersetzer), Pia Helfferich (Autorin, Schreibpädagogin Uni Hildesheim)

Teilnehmerzahl: max. 26

Gebühr: 269 Euro (Vollpension, Unterbringung in Doppelzimmern)

Anmeldeschluss: 15. Juli 2009

Bedingungen: Alter: 17 bis 30 Jahre. Anmeldung mit kurzem Vorstellungsbrief und Textproben (max. 8 Normseiten)

Anmeldung: Westfälisches Literaturbüro in Unna e.V., Friedrich-Ebert-Straße 97, 59425 Unna, fon 02303-963850 fax 02303- 963851, email: post@wlb.de,  Internet: www.wlb.de

Veranstalter: Westfälisches Literaturbüro in Unna e.V. in Kooperation mit der Katholischen Akademie Schwerte, dem Institut für Kirche und Gesellschaft Iserlohn und der Evangelischen Tagungsstätte Haus Nordhelle, Meinerzhagen

Daneben gibt es auch noch diverse Kurse für Kinder und Jugendliche.

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Figurenblatt? Wat isn datt?

Es kann nicht oft genug betont werden, dass Autoren die Figuren ihres (zu schreibenden) Romans bestens kennen sollten.
Sie müssen viel mehr über sie wissen, als sie jemals im Roman über sie sagen können.
Warum das?
Weil sie ihre Figuren glaubhaft handeln lassen wollen. Dazu sollten sie ihre Stärken kennen, ebenso ihre Schwächen. Sie müssen zumindest die wichtigsten Ereignisse ihrer Biographien kennen, wissen, welche Dinge die Figuren ängstigen, welche Wünsche sie haben und welchen Zielen sie nachjagen.
 
Wie man sich den Figuren nähert, bleibt dem Autor letztlich selbst überlassen, ebenso ob und wieviele Notizen man sich dazu macht.
Dem Romaneinsteiger mit noch wenig Erfahrung sei hier ein Figurenblatt empfohlen, das ich entwickelt habe und das dazu zwingen soll, sich wirklich umfänglich mit den Figuren zu beschäftigen.
 
Ihr könnt es euch hier herunterladen.
 
Viel Spaß damit und mit euren Figuren.

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Brauche ich einen Lektor?

Wozu überhaupt einen Lektor, mag sich manch angehender Autor fragen. Und die Frage stellt er auch völlig zu Recht.
Es gibt eigentlich kaum einen Fall, in dem man jemandem, der literarische Texte schreibt, zu einem Lektor raten könnte, den er selbst beauftragen und bezahlen müsste.
Zunächst sollte Voraussetzung sein, dass man sein Werk überhaupt veröffentlichen möchte. Wer aus fester Überzeugung nur für sich selbst schreibt, braucht niemandem, der das Geschriebene für viel Geld für andere lesbarer macht (obwohl der Verdacht nicht ganz auszuräumen ist, dass auch ein solcher Schreiber eine Veröffentlichungsmöglichkeit nicht ausschlagen würde). Auch wer wenigstens Familie, Freunde und Bekannte als eine zusätzliche Zielgruppe erwägt, sollte zumindest lange darüber nachdenken, ob sich dafür die Ausgaben lohnen.

Gehen wir also von einem der vielen Autoren aus, die sich in den Kopf gesetzt haben, ihr fertiges Werk von einem Verlag verlegen zu lassen. Die könnten doch vielleicht einen Lektor gut gebrauchen. Richtig. Und zwar alle durch die Bank weg! Egal, ob sie an ihrem allerersten Roman sitzen oder sich erst mit ihrem siebten Werk an die Öffentlichkeit trauen wollen, ob sie Gedichte, Kurzgeschichten oder Drehbücher schreiben. Leider wird nur ein relativ geringer Teil dieser Autoren je erreichen, dass sich ein Lektor intensiv mit ihren Texten auseinandersetzt.Denn auf dem normalen Weg zur Veröffentlichung liegt die Hürde des Verlags- oder Agentuvertrags vor dem Lektorat, das dann von Verlag oder Agentur in Auftrag gegeben und bezahlt wird. Der Autor braucht sich darum also nicht selbst zu kümmern.

Bleiben die Fälle, die mit ihrem Manuskript keinen Verlag, wohlgemerkt keinen seriösen, und ebensowenig eine (ebenfalls seriöse) Agentur überzeugen können. Bliebe denen nicht die Möglichkeit, ihr Manuskript mit Hilfe eines Lektors "verlagsreif" zu machen? Ja und nein.
Wer langfristig ernsthaft veröffentlichen will, dem sollte es nicht genügen, das eine Manuskript irgendwie noch unterzubringen. Er sollte den Anspruch entwickeln, aus eigener Kraft, zumindest aber ohne zu bezahlende Dienstleister Manuskripte herstellen zu können, die Verlage oder Agenturen überzeugen können. Dazu gilt es am grundsätzlichen Schreibhandwerk zu arbeiten. Nicht zuletzt, weil niemand gern in eine Eintagsfliege investiert.
Dienlich wäre hier also weniger das Ziel, jemanden zu finden, der um des Manuskriptes Willen Hilfe leistet, sondern jemanden, der helfen kann, das Schreiben an sich zu verbessern. Derartige Hilfe braucht mehr Zeit, ist aber nachhaltiger. Zu finden ist sie in Schreibratgebern, Schreibkursen, Schreibforen und natürlich, indem man anderen Autoren lesend über die Schulter schaut. Wer es sich in diesem Sinne leisten kann und will, dem sei dann gesagt, dass man von einem ordentlichen Lektorat eine ganze Menge lernen kann.

Und dann sind da natürlich noch die immer rasanter wachsenden Möglichkeiten, sein Manuskript auch außerhalb des klassischen Literaturbetriebs zu veröffentlichen, sei es im Eigenverlag, über Dienstleister oder auf entsprechenden Literaturplattformen im Internet.
Was man im Einzelnen von diesen Möglichkeiten halten soll, soll hier und heute nicht Thema sein. Nur so viel:
1. In der Regel sind diese Möglichkeiten weder sehr erfolversprechend noch echte Alternativen zum klassischen Publikumsverlag. Und sie sind auch nur in den seltensten Fällen als vielversprechender Umweg dorthin anzusehen.
2. Hände weg von angeblichen Verlagen (sog. Druckkostenzuschussverlage, DKZV), die vom Autor eine Beteiligung an den Kosten der Veröffentlichung fordern (was viele inzwischen auf verschleierten Wegen tun). Es ist in Ordnung, wenn ein Dienstleister sich seine (unverschleierte) Dienstleistung bezahlen lässt. Ein Verlag, der sich vom Autor letztlich oft ein Vielfaches der erbrachten Veröffentlichungsleistung bezahlen lässt, verdient am Autor, nicht am Verkauf von Büchern. Also, vorher sehr genau informieren, z.B. hier.

Jedenfalls ist bei derartigen "Alternativveröffentlichungen" natürlich der Lektor nicht mit inbegriffen. Was den Text nicht veröffentlichungsreifer macht. Und den Leser nicht unbedingt unkritischer.
Heißt also: Im Allgemeinen würde ich gar nicht erst zu einer solchen Veröffentlichung raten, sofern man wirklich Öffentlichkeit zum Ziel hat. In Einzelfällen mag das durchaus anders sein.
Hat man sich aber dafür entschieden, sollte man sich bewusst machen, dass auch die Texte erfolgreicher Autoren nicht nur so zum Spaß ein Lektorat passieren müssen, und darüber nachdenken, ob man seinem Text auf dem Weg zur ohnehin selbstfinanzierten Veröffentlichung nicht noch ein Lektorat spendieren kann. Der Leser wird es danken.

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